Open Air Konzerte Stadtkapelle Kirchheim

Hochkarätige Musik im Dreierpack
Blasinstrumente in verschiedenen Besetzungen füllen die Abendluft der Innenstadt Nürtingens mit vielfältigem Bläserklang. Auch in diesem Jahr konnte die Stadtkapelle Nürtingen renommierte Gäste gewinnen, so die Stadtkapelle Kirchhheim und das Tübinger Saxophonensemble, welches sich einem klassischen Saxophonklang verschrieben hat. Beide unter der Leitung von Harry D. Bath.
Zusammen mit der neu formierten Stadtkapelle Nürtingen unter der Leitung von Herward Heidinger spielen Sie ausgewählte Werke abwechselnd und gemeinsam. Begleitet von bunten Lichteffekten geht die musikalische Reise durch 4 Jahrhunderte Musikgeschichte. Auf dem Programm stehen klassische Werke von Dowland, Mozart, Mendelssohn, Schostakovitsch aber auch neuzeitliche Musik wie "Die Hexe und die Heilige", "Tanz der Vampire" . Eintritt ist frei.

Konzertprogramm "12. Tattoo" in Nürtingen am 19. Juli um 20:00 Uhr im Hof der Stadthalle
Musikalische Leitung: Herward Heidinger, Harry D. Bath

Orchester Titel Komponist
Stadtkapelle Nürtingen Die Hexe und die Heilige Steven Reinecke
By Loch and Mountain Robert W. Smith
Celtic Flutes Kurt Gäble
Tanz der Vampire Jim Steinmann
Tübinger Saxophon Ensemble Ouvertüre für Harmoniemusik Felix Mendelsohn-Bartholdy
Suite
- John Smith his Almein
- Fortune
- Two Dames and a Squire
- My Lady Hundson's Puffe
John Dowland
Jazz Suite
- Marsch
- Walzer
- Tanz
- Finale
Dimitri Schostakowitsch
Rondo Alla Turco Wolfgang Amadeus Mozart
Stadtkapelle Kirchheim Cortège von "Mlada" Nikolai Rimsky-Korsakov
Der Karneval von Venedig
Solist: Volker Lutz
Jean Baptiste Arban
Terpsichore
- Bransle Gay
- La Robine
- Gavotte
- Gaillirade
Bob Margolis
(nach Praetorius)
Klezmer Classics Johan de Meij

Serenadenkonzert am 20.Juli im Kirchheimer Schlosshof 18:00 Uhr
Musikalische Leitung: Harry D. Bath

Hörgenuss für einen lauen Sommerabend
Mit der „Seagate Overture“ von James Swearingen wird die Jugendkapelle, unter der Leitung des Stadtmusikdirektors Harry D. Bath, den Konzertabend eröffnen. Das Stück „Cobra” von Jan Bosveld beschreibt in vier Sätzen vier Gemälde einer avantgardistischen Kunstrichtung aus Copenhagen, Brüssel und Amsterdam die Ende des zweiten Weltkrieges entstand. Der erste Satz beschreibt musikalisch das Bild einer Massenkarambolage, die durch eine melodische und harmonische Aufschichtung von Viertelnoten musikalisch dargestellt wird. Der zweite heißt “La jeune fille et la mort” (das junge Mädchen und der Tod). Klagende Querflöten spielten gegen drohend klingende Trompeten und Posaunen an.
Im dritten Satz wird ein Drehorgelspieler imitiert, und der vierte Satz klingt im Rhythmus einer lebendigen Großstadt: “Le rhythme de jeue de la ville”.
Zum Schluss wird die Jugendkapelle mit „A Tribute to Count Basie“ und „Hot Latin“ gute Laune verbreiten.

Zur Erfrischung werden in der Pause Getränke zum Verkauf angeboten.

Im zweiten Teil geht es dann weiter mit der Stadtkapelle. Eine Herausforderung für sinfonisches Blasorchester, so wird Leontij Dunaev´s Bearbeitung „Prozession der Ritter“ aus der Oper Mlada von Nikolai Rimski-Korsakow im Notenfachhandel betitelt. „Cortege from Mlada“ ist ein Ausflug in das Zeitalter der Spätromantik, also in das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts. Neben den feierlichen Klängen der Klarinetten erinnerten besonders die impulsiven und fanfarenartigen Einwürfe der Trompeten und Posaunen an den Einzug der hohen Herren im Kampf gegen die böse Göttin Morena.

„Der Karneval von Venedig“ von Julius Benedict wurde von Jean-Baptiste Arban für Trompete und Blasorchester arrangiert. Bei der Nennung dieses Namens fangen Blechbläser meistens zu strahlen an. Seine „Kornettschule“ ist auch heute noch eine Art Bibel für Trompeter und Kornettisten. Arban wurde am 25. Februar 1825 in Lyon geboren und studierte Cornopeon (Vorläufer des Kornetts). Er entwickelte eine außerordentlich virtuose Technik und wurde 1857 zum Professor für Kornett am Pariser Konservatorium ernannt. Er schrieb verschiedene Etüden, Kompositionen und Texte zum Trompetenunterricht, die zusammengefasst wurden zu seiner weltberühmten „Methode Arban“, die erstmals 1864 in Paris erschien. Sein bekanntestes Stück ist zweifellos der "Karneval von Venedig".
Die Melodie „Oh cara mama mia“ geht auf eine neapolitanische Canzonetta von vor 1816 zurück. Paganini hatte sie in seinem Repertoire gehabt, wie heutzutage viele klassische und pseudoklassische Künstler dieses kleine Stückchen gern benutzen, um ihre Virtuosität auf ihrem Instrument zu zeigen, Maurice Andre z.B. auf der Trompete, Andre Rieux auf der Fiedel etc. Der bekanntere Text: „Mein Hut, der hat drei Ecken“ ist im Saarland 1886 erstmals belegt. „Der Karneval von Venedig“ mit seinen viele Variationen ist ein technisch höchst anspruchsvolle Stück und verlangt vom Solisten neben schnellen Fingern auch verschiedene Zungenstoßtechniken
Volker Lutz heißt der Trompeter, der sich dieser Herausforderung am Sonntag Abend stellen wird. Seine musikalische Ausbildung begann in der Musikschule in Neckartailfingen und wurde durch Erfolge bei Jugendmusiziert weiter ausgebaut. Seit dem Jahre 2001 ist er Mitglied der Stadtkapelle Kirchheim und bläst im Trompetenregister die höchsten Töne.

Alle die im Frühjahr das „Concerto“ verpasst haben, haben am Sonntag nochmals die Gelegenheit das außergewöhnliche, aber schöne Stück „Terpsichore“ zu hören.
Michael Praetorius sammelte und publizierte Tänze unter dem Titel „Terpsichore“ (Die Muse des Tanzens) 1612. Die meisten dieser Tänze stammen vom französischen Hofe um 1600. Dieses ausgezeichnete Werk für Blasorchester schuf Bob Margolis 1980 unter Verwendung eben dieser Tänze.
Der erste Satz beginnt mit einem feinen, beschwörenden Blockflötensolo gefolgt von brutalen stürmischen Klängen der restlichen Bläser. Die explodierende Energie dominiert mit einem ständig und unerwartet wechselnden Modus. Ein Blechbläser Quintett spielt den original Tanz, die beschwörende Blockflöte erscheint wieder und der Satz endet mit einem zischenden Lauf der Holzbläser. Mit einem Quintett zwitschernder Flöten und einem langsamen spanischen Tanz beginnt der zweite Satz. Danach hört man ein derbes Ballet mit einem Springtanz der den Satz zu einem unerwarteten Ende bringt. Der dritte Satz beginnt mit einem Xylophonsolo gefolgt von einer Serie „Bourees“. Die Klänge sind klar und hell und stellen die Klangfarben einer originellen „Renaissance Kapelle“ dar. Im letzten Satz hört man zuerst warme ruhige Variationen die übergehen in eine Themenreihe, gespielt von den einzelnen instrumentalen Ensembles des Blasorchesters. Zum Schluss wird das Werk mit einer aufregenden rhythmischen Volte zu einem strahlenden Ende gebracht.

Klezmer ist die traditionelle Instrumentalmusik bei Hochzeiten und Festen der jiddisch sprechenden Juden Osteuropas. Bedeutendster Instrumentalsolist der Klezmermusik ist zweifelsfrei Giora Feidman, der mit seiner Klarinette den Musikstil populär machte. Für „Klezmer Classics“ bearbeitete der niederländische Komponist Johan de Meij fünf Klassiker aus dem Klezmer-Repertoire und schuf daraus eine farbenreiche Komposition.

Mit diesem Konzert verabschiedet sich die Stadtkapelle in die Sommerpause und bedankt sich ganz herzlich bei allen Zuhörern, Sponsoren, Freunden und Gönner.
Der Eintritt ist frei – um Spenden wird gebeten!

Orchester Titel Komponist
Jugendkapelle Seagate Overture James Swearingen
Cobra Jan Bosveld
Tribute to Count Basie arr. John Moss
Hot Latin arr. John Wasson
Stadtkapelle Cortege from "Mlada" Nikolai Rimsky-Korsakov
Der Karneval von Venedig
Solist: Volker Lutz
Jean Baptiste Arban
Terpsichore
- Bransle Gay
- La Robine
- Gavotte
- Gaillirade
Bob Margolis
(nach Praetorius)
Klezmer Classics Johan de Meij